ANN: The 10th Hugo Helbing Lecture 2026 held by Michael Hutter / Commemorative Event for Hugo Helbing and his Family (Zentralinstitut für Kunstgeschichte / Former Seat of the Helbing Firm, Munich – 22-23 April 2026)

On 22 April, 18:15, the Zentralinstitut für Kunstgeschichte will host the 10th Hugo Helbing Lecture. Michael Hutter (Berlin) will speak on „Glanz und Elend der Kunstgütermärkte“ (in German). The event marks the 10th anniversary of the Helbing Lecture; on this occasion, an introductory programme (starting at 17:15) organized in cooperation with Public History Munich, the Helbing Art Research Project and the Forschungsverbund Provenienzforschung Bayern will look back over the recent research on Helbing and his activities.

On 23 April (16:45), three commemorative plaques will be unveiled for Hugo Helbing, his son Fritz and his daughter-in-law Dora (née Goldstein) at the former seat of the Helbing firm (Liebigstraße 21, Munich). This will be followed (at 17:30) by a commemorative event at the nearby St.-Anna-Gymnasium.

Speeches will be held in German, but some translations into English will be provided. Attendance is free, registration is not required.

PROGRAMM:

Mittwoch 22. April 2026 – Zentralinstitut für Kunstgeschichte, München

17:15 Uhr
Helbing3 oder Helbing4? Die Helbing-Forschung, die Helbing AG, das Erinnerungszeichen für Hugo Helbing (23.4.2026) und 10 Jahre Helbing Lecture
In Kooperation mit Public History München, dem Helbing Art Research Project und dem Forschungsverbund Provenienzforschung Bayern.

    • Dominik Brabant, Zentralinstitut für Kunstgeschichte // Begrüßung
    • Meike Hopp, Universität zu Köln/Deutschen Zentrum Kulturgutverluste// Rückblick auf die Helbing-Forschung am ZI
    • Theresa Sepp, Bayerische Staatsgemäldesammlungen/Staatliche Museumsagentur Bayern // Die Helbing AG des Forschungsverbunds Provenienzforschung Bayern
    • Lisa Kern, Lenbachhaus // Die Helbing AG aus Sicht der Museen
    • Anja Matsuda, Helbing Art Research Project // Das Helbing Art Research Project (2022-2026)
    • Cosima Dollansky, Zentralinstitut für Kunstgeschichte // Erschließung der Handexemplare und Protokollkataloge der Galerie Hugo Helbing
    • Rebecca Friedman, Holocaust Claims Processing Office, New York// Helbing and the Holocaust Claims Processing Office, New York
    • Maximilian Strnad, Kulturreferat der Landeshauptstadt München // Zum Erinnerungszeichen Hugo Helbing am 23.4.2026
    • Schülerinnen des St. Anna Gymnasiums mit ihrer Lehrerin Frau Vogeltanz // Recherchen zu Hugo Helbing
    • Johannes Nathan // 10 Jahre Helbing Lecture am ZI

18:15 Uhr
The Hugo Helbing Lecture 2026 // Michael Hutter: Glanz und Elend der Kunstgütermärkte

In der spätmodernen Gesellschaft hat sich neben der Logik des Allgemeinen, der die industrielle Produktion folgt, die Logik des Singulären durchgesetzt. Dieser Logik folgen vor allem die Hervorbringungen der Kunstwelt: Konzerte, Romane, Theateraufführungen, Museumsbauten, Bildwerke, Filme und viele Mischformen. Alle diese Kunstobjekte und -ereignisse werden auf spezialisierten Märkten gehandelt. Aber gelten dort, wo sie verkauft werden, die Gesetzmäßigkeiten der allgemeinen Industrieproduktion? Sind die extremen Diskrepanzen zwischen den Gewinnen von Bestsellern und Blockbustern und den Einkommen der meisten, die künstlerische Produkte anbieten, unvermeidlich? Um darauf eine Antwort zu finden, müssen auch die Beweggründe derjenigen, die Kunstgüter kaufen, in die Betrachtung einbezogen werden.

Der Kunsthandel, also der Handel mit materiellen Bildwerken, ist historischer Bezugspunkt der Hugo Helbing Lecture. Am Beispiel des Marktes für Bildwerke der Moderne, auf dem Gustav Klimts „Portrait der Elisabeth Lederer“ kürzlich den Auktionsrekord brach, wird der Frage nach den Ursachen und den Auswirkungen der Ungleichheit nachgegangen.

Michael Hutter ist Professor Emeritus der TU Berlin und des Wissenschaftszentrums Berlin für Sozialforschung (WZB), an dem er die Abteilung „Kulturelle Quellen von Neuheit“ leitete. Der Ökonom und Soziologe veröffentlichte u. a. 2006 eine „Neue Medienökonomik“, 2016 „Geschichten vom Aufstieg des ästhetischen Kapitalismus“ und 2025 eine Analyse des documenta-fifteen-Skandals.

For additional information, visit: https://www.zikg.eu/aktuelles/veranstaltungen/2026/the-hugo-helbing-lecture-2026-michael-hutter-glanz-und-elend-der-kunstguetermaerkte

Donnerstag, 23. April 2026

16.45 Uhr
Anbringung der Erinnerungszeichen am ehemaligen Wohn- und Wirkungsort Liebigstraße 21 (MVV Lehel, U4/U5)

    • Andrea Stadler-Bachmaier Bezirksausschuss 1 – Altstadt-Lehel
    • Rabbiner Shmuel Aharon Brodman Israelitische Kultusgemeinde München und Oberbayern »El Male Rachamin«

17.30 Uhr
Gedenkveranstaltung im Städt. St.-Anna-Gymnasium (Aula) St.-Anna-Straße 20 (MVV Lehel, U4/U5)

• Schülerinnen des St.-Anna-Gymnasiums
• Susanne Sütsch, Schulleitung
• Nimet Gökmenoğlu, in Vertretung des Oberbürgermeisters der Landeshauptstadt München
• Dr. h.c. mult. Charlotte Knobloch, Israelitische Kultusgemeinde München und Oberbayern
• Dr. Johannes Nathan, Mitglied der Familie
• Anja Akikazu Matsuda, Helbing Art Research Project
• Prof. Dr. Meike Hopp, Deutsches Zentrum Kulturgutverluste
• Musikalischer Rahmen: Schüler*innen des St.-Anna-Gymnasiums

Was sind Erinnerungszeichen?
Erinnerungszeichen werden an Orten angebracht, an denen Menschen lebten, die zwischen 1933 und 1945 von den Nationalsozialisten verfolgt und ermordet wurden. Sie bestehen aus gebürstetem Edelstahl und sind vergoldet. Es gibt sie in zwei Ausführungen – als Wandtafeln an der Fassade und als Stelen auf öffentlichem Grund. Mit den Erinnerungszeichen geben wir den heute meist vergessenen Opfern der NS-Verfolgung einen Platz in unserer Stadtgesellschaft zurück. Sie enthalten die wichtigsten Lebensdaten, Angaben über das Schicksal und – falls vorhanden – auch ein Bild. Texte und Bilder werden mit einem Laser in das Metall eingeschnitten. Durch die gelochte Oberfläche können die Informationen auch ertastet werden.

Sie möchten sich über das Projekt informieren, ein Erinnerungszeichen beantragen oder eine Patenschaft übernehmen? Sie finden alle wichtigen Informationen sowie ausführliche Biografien von den Frauen, Männern und Kindern, für die es bereits Erinnerungszeichen gibt, auf unserer Website www.erinnerungszeichen.de